Geschichtliches zu Schulranzen

Geschichtliches zu Schulranzen 2015-10-09T00:05:13+00:00

Geschichtliches zu Schulranzen

Von der Rückentrage zum Schulranzen

Es ist für uns ganz selbstverständlich, dass die Kinder wenn sie in die Schule kommen, einen Schulranzen erhalten , um die Schulmaterialien darin transportieren zu können.

Aber haben Sie sich eigentlich einmal die Frage gestellt, wie der Schulranzen sozusagen erfunden wurde?

In der menschliche Entwicklungsgeschichte hatte der Mensch Dinge gesammelt, oder gejagt und musste diese Sachen in seine Höhle, oder Behausung bringen. Vielleicht lag der Beginn darin, dass irgendwann ein Mensch die gesammelten Holzstöcke zum Feuermachen zusammen gebunden hatte und bemerkte, dass er so mehr Stöcke sicher nach Hause bringen konnte. Und wenn das Seil, oder die Liane, mit der er sein Holz zusammen gebunden hatte länger war als benötigt, stellte er fest, wie viel einfacher es war, das Holzbündel auf dem Rücken zu tragen und das Ende des Seils über die Schulter zu legen und vorn festzuhalten. Dann wäre somit zuerst der Tragegurt erfunden worden.

Der nächste große Erfindungsschritt war es, aus mehreren geeigneten Stöcken ein L-förmiges Gestell zusammen zu binden und dies mit zwei Trageriemen zu versehen. Diese sogenannten „Kraxen“ waren immer wieder benutzbar, so dass man sein Transportgut nur darauf legen musste und nicht immer wieder ein neues Bündel schnüren musste. Allerdings konnte aus dem noch offenen Gestell auch leicht etwas herausfallen.

Eine Weiterentwicklung war die Benutzung geflochtener Körbe mit zwei Riemen. Diese waren stabiler und es konnte nichts mehr so leicht herausfallen. Diese Korbgestelle werden als „Kiepen“ bezeichnet.

Für kleinere Gegenstände benutzen die Menschen früher Lederbeutel, die sie am Gürtel trugen, oder auch über der Schulter. Bekannt sind solche Lederbeutel auch als „Felleisen“.

Während die Kiepen mit ihrem Korbgeflecht ein relativ hohes Eigengewicht hatten, waren die viel leichteren Felleisen empfindlich gegen ein Zusammendrücken.

So war denn auch der nächste Entwicklungsschritt die Erfindung des Tornisters. Mit Holzleisten wurde ein stabiles Rahmengestell gebaut und dieses mit leichtem Leder, oder Fell bespannt. So erhielt man Stabilität mit weniger Gewicht und gleichsam einen Regenschutz durch den rundum geschlossenen Tornister. Die Tornister waren zuerst das Transportbehältnis der Soldaten.

Vom Tornister zum modernen Schulranzen

Tornister waren die Grundlage der Schulranzen, wobei die Schulranzen lange Zeit, bis in die sechziger Jahre, nur aus Leder hergestellt wurden.

Seit wann aber wurden tatsächlich Schulranzen benutzt?

In der menschlichen Geschichte gab es sehr lange Zeit nur wenige gebildete Menschen mit einer schulischen Ausbildung. Dies waren vor allem Gelehrte, wie Mönche. Etwa seit dem 8. Jahrhundert gab es in Klostern Schulen zur Ausbildung der Mönche. Über Jahrhunderte hinweg blieb die Schule eine kirchliche Angelegenheit.

Der preußische König Friedrich Wilhelm erließ 1717 eine allgemeine Schulpflicht. Doch hatten die damaligen schulpflichtigen Kinder regelmäßig kaum eigene Materialien für die Schule, die sie hätten transportieren müssen. Denn auch wenn Gutenberg schon im Jahre 1450 den Buchdruck erfunden hatte, waren Bücher trotzdem noch zu teuer für das einfache Volk.

Mit dem weiteren Ausbau des Schulsystems nahmen auch die verfügbaren Materialien zu und letztlich auch die Zahl der Schulranzen aus Leder.

Im Jahr 1975 revolutionierte die Firma Sternjakob die Schulranzenherstellung durch die ersten modernen Ranzen der Marke Scout. In den letzten Jahrzehnten wurde aus den schon modernen kastenförmigen Schulranzen mittlerweile ergonomisch geformte Funktionstransportmittel, mit unterschiedlichsten Ausstattungen zum Wohle der Kinder. Insbesondere auf eine gut zu den Kinderrücken passende Rückenpolsterung wird geachtet. Damit die Form der Polsterung möglichst gut zum Rücken eines Kindes passt, haben einige Hersteller drei oder vier verschiedene Modelle im Sortiment, mit unterschiedlichen Polsterungen für verschiedene Rückenformen.

Der Begriff Schulranzen

Woher der Begriff Ranzen für das typische Schulgepäck letztlich stammt lässt sich leider nicht genau feststellen. Aber man sagt auch nicht überall Schulranzen, sondern es sind auch noch andere Bezeichnungen gebräuchlich, wie das alte Wort Tornister, aber auch Schulthek, Ränzel, Schulsack, Pack, Büchertasche, oder Büchermappe.

Dem Wort Ranzen kommen aber auch noch weitere Bedeutungen zu. Als Ranzen bezeichnet man auch die Brunft bei Säugetieren; Ranzen wird auch ein breiter Bauchgürtel genannt, der bei verschiedenen Trachtenbekleidungen üblich ist; und im Volksmund bezeichnet man auch spöttisch einen dicken Bauch als Ranzen.