Schulranzen DIN-Norm 58124

Schulranzen DIN-Norm 58124 2016-10-21T09:51:55+00:00

Die Schulranzen-DIN-Norm 58124

Was beinhaltet diese DIN-Norm und was bedeutet sie für die Entscheidung beim Schulranzenkauf?

schulranzen-din Es gibt für Schulranzen eine DIN-Norm, nämlich die Norm mit der Nummer 58124.

DIN steht für Deutsche Industrie Norm.
Obwohl es Norm heißt, handelt es sich nicht etwa um eine gesetzliche Regelung bei den DIN-Normen. DIN-Normen sind sozusagen nur freiwillige Empfehlungen für eine Vereinheitlichung, oder Abstimmungsvereinfachung.
Eine DIN-Norm legt also nur bestimmte Anforderungen fest, welche gegeben sein müssen, damit etwa eine Produkt als nach DIN hergestellt bezeichnet werden darf.

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, ist normalen Verbrauchern regelmäßig gar nicht bekannt. Oder wissen Sie welche Voraussetzungen ein Schulranzen erfüllen muss, damit er sich als Ranzen nach DIN-Norm bezeichnen darf?

Die einzelnen Prüfungspunkte der DIN-Norm für Schulranzen sind:

ranzen-stabilitaet Die Form, soll kindgerecht sein, stabil, Reiß- und Buchfest

Stabilität, Reiß- und Bruchfestigkeit stehen natürlich in einem engen Zusammenhang mit dem Gewicht des Ranzens. Es versteht sich eigentlich von selbst, dass bei einem geringeren Gewicht auch weniger Material zum Einsatz gekommen ist, welches die Stabilität herbeiführen kann. Insofern steht diese DIN-Anforderung nach Stabilität eigentlich in einem gewissen Widerspruch zu dem bei manchen zierlichen Kindern zu berücksichtigenden Erfordernis auf ein geringes Schulranzen-Gewicht zu achten.
Auf die Materialeigenschaften können und möchten wir nicht näher eingehen; falls aber doch einmal etwas wegen ungenügender Materialien kaputt gehen sollte, so wird dies zumindest innerhalb der Garantiezeit von Marken- Herstellern ersetzt. Insofern empfehlen wir den Kauf eines Marken-Ranzens, um betreffs eventueller Mängel abgesichert zu sein.

ranzen-teile Sicherheit der einzelnen Elemente

Auch hier werden Funktions- und Materialeigenschaften untersucht, die natürlich wichtig sind, sowie die Schadstofffreiheit der verwendeten Materialien. Ferner die Vermeidung etwa scharfer Ecken oder Kanten. 

Aber grundsätzlich kann man wohl davon ausgehen, dass die namhaften Hersteller keine unsicheren oder gar gefährlichen Elemente verwenden, weil sie dafür haften müssten. Auch hier gilt, dass Qualität bekanntlich ihren Preis hat.  Insofern dürfte man wohl davon ausgehen, dass Billigprodukte die geforderten Voraussetzungen nicht umfassend erfüllen können, so dass man sich mit einem Markenprodukt zumindest auf der sichereren Seite bewegt.

wasserabweisend Wasserabweisende Eigenschaften

Die Eigenschaft Wasser abzuweisen ist natürlich sinnvoll, damit der Inhalt des Schulranzens etwa bei Regen nicht nass wird.

Regelmäßig verwenden alle Markenhersteller wasserabweisende Materialien. Die Qualität kann jedoch bei den einzelnen Herstellern voneinander abweichen. Es ist nicht einmal auszuschließen, dass ein Nicht-DIN-Ranzen nicht sogar besser wasserabweisend ist als mancher DIN-Ranzen. Hier wäre für sie abzuwägen, ob ihr Kind längere Schulwege zu Fuß laufen muss, oder ob dies nicht so wesentlich für Sie ist. Bei DIN-Ranzen ist dies jedenfalls überprüft worden.

Manche Ranzenhersteller bieten für ihre Modelle zusätzlich ein Regencape an. Dies kann zwar ein sinnvolles Zubehör sein, aber überlegen Sie, ob Ihr Kind im Bedarfsfall dieses Regencape auch wirklich benutzen würde.

hochformat Hochformatiger Bau, der nicht breiter ist, als die Schulterbreite des Kindes

Alle von uns geführten Hersteller verwenden die hochformatige Bauweise.

Wir verstehen ehrlich gestanden nicht so ganz, wie eine Prüfung erfolgen kann, dass ein Ranzen nicht breiter ist, als die Schultern eines Kindes. Manche Kinder haben einen sehr schmalen Körperbau, andere einen Breiteren. Insofern kann die DIN-Norm im Grunde genommen eigentlich nur von einem Mittelwert ausgehen.

Natürlich sollte der Schulranzen nicht breiter sein, als die Schultern ihres Kindes. Wir empfehlen Ihnen daher, die Maßangaben des Herstellers zu beachten und die Breite der Schultern ihres Kindes einfach auszumessen. Auf unseren Artikelseiten finden Sie auch bei allen Produkten die Maßangaben und können so sicherstellen, dass der Ranzen nicht zu breit ist.

ranzeneigengewicht Eigengewicht von etwa 1200 bis 1500 Gramm

Das Gewicht eines Schulranzens ist ein immer wiederkehrendes Thema. Schon vielfach wurde vor Haltungs- und Rückenschäden durch zu schwere Ranzen gewarnt. Aber auch dies ist nur eine Halbwahrheit: Tatsächlich besteht die Gefahr, dass ein zu schwerer Ranzen den Rücken des Kindes schädigen könnte, vor allem wenn der Ranzen zudem auch noch falsch getragen wird. Bei extrem schweren Ranzen wurde in einer Studie sogar nachgewiesen, dass sich hierdurch die Bandscheiben verformen können. Andererseits gab es auch eine breit angelegte Untersuchung der Universität des Saarlandes, mit dem Ergebnis, dass das Gewicht des Ranzens nicht zwangsläufig schädlich für das Kind sein muss, sondern sogar förderlich für die Stärkung der Rückenmuskulatur sein kann.

Die Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) schreibt dazu in ihrem Beitrag: „ Wie viel Schulranzen verträgt das Kind?“: „Dabei sollte das regelmäßige Tragen des Ranzens auch als angemessener Trainingsreiz für den sich entwickelnden Bewegungsapparat positiv gewertet werden.“ Wir sind ein von der AGR zertifizierter Fachbetrieb und nehmen nur Ranzen in unser Sortiment auf, welche die Eigenschaften eines für den Rücken gesunden Produktes aufweisen.

Unseres Erachtens nach ist eine Normierung des Ranzengewichtes gar nicht wirklich möglich. Auch hier muss eine Betrachtung des Einzelfalles erfolgen. Die Fragestellung lautet also einerseits, ob es sich um ein zierliches, oder um ein kräftiges Kind handelt. Ausschlaggebend kann auch die Schulsituation selbst sein, denn in manchen Schulen dürfen Kinder nicht benötigte Schulmaterialien in ihrer Schulbank, oder gar in eigenen Schließfächern aufbewahren, während in anderen Schulen die Kinder alle Dinge auf dem Schulweg mittragen müssen. Hier könnten die Eltern versuchen gegebenenfalls Einfluss auf die Schule zu nehmen.

Wesentlich wichtiger als die Betrachtung des Eigengewichtes eines Ranzens dürfte wohl sein, dass die Kinder den Ranzen richtig tragen und richtig beladen.

rueckenpolster Rückenpolster, welches körpergerecht geformt und atmungsaktiv ist

Ein Rückenpolster und atmungsaktive Materialien sind bei den namhaften Herstellern heute mittlerweile ein Standard. Die körpergerechte Formung des Rückenteils lässt sich jedoch im Prinzip nicht normieren, denn die Formen der verschiedenen  Kinderrücken sind so unterschiedlich wie die Kinder selbst. Insofern passen die unterschiedlichen Formen der verschiedenen Hersteller bei dem einen Kind auch etwas besser bei dem anderen etwas weniger. Grundsätzlich haben sich alle Hersteller bemüht eine breit gefächert passende ergonomische Form zu verwenden.

Eine wirklich exakt passende Form der Rückenpolsterung wäre entweder eine Maßanfertigung oder fast nur ein Zufall. Grundsätzlich ist eine ergonomische Form jedenfalls schon sehr wichtig, unseres Erachtens nach sogar das Wichtigste beim Ranzenkauf überhaupt, aber mit einer DIN-Norm lässt sich dies nicht regeln.

ranzen-gurte Tragegurte die mindestens 50 cm lang und 4 cm breit sind

Wir haben einmal genau nachgemessen. Alle bei uns erhältlichen Schulranzen erfüllen diesen Punkt der Norm.
Die Gurtbreite beträgt meistens 5 cm oder sogar mehr. Sie sind im Schulterbereich gut gepolstert und somit ist eine bequeme Auflage und eine gute Verteilung des Gewichtes gewährleistet.

ranzen-griff Bequemer Tragegriff zum Aufhängen, oder für kurze Wege

Alle von uns lieferbaren Ranzenmodelle besitzen einen Tragegriff, welcher zum Aufhängen oder für kurze Wege geeignet ist. Um den Ranzen auch Aufhängen zu können, handelt es sich meist um einen schlaufenförmigen Griff im Nackenbereich des Ranzens, der für Kinderhände geeignet ist.
McNeil legt bei seinen Modellen 912 und Ergo Light Plus besonderen Wert auf dieses Detail und bietet neben dem Aufhängerschlaufengriff zusätzlich einen komfortablen gepolsterten Griff auf dem Deckel des Ranzens, der auch von Erwachsenenhänden umfasst werden kann. Diese zusätzlichen und sinnvollen Griffe werden aber nicht von der DIN-Norm gefordert, so dass auch Ranzen ohne derartige Griffe schon die Norm erfüllen.

leuchtflaechen Vorder- und Seitenflächen mit mindestens 20% floureszierendem Material

Diese orange-roten oder gelblichen Flächen an den Ranzen sind als Warnfarben auch schon von weitem besonders gut zu erkennen. Meist scheitert eine Auszeicung als Normranzen ausschließlich an diesen Farbflächen. Es besteht ein Zwiespalt zwischen Design und Sicherheit. Einige Ranzenhersteller deren Ranzen deshalb nicht der DIN-Norm entsprechen, bieten für ihre Modelle auch Sicherheits-Sets mit Leuchtfarben zum Nachrüsten.

Für wie wichtig man diesen Sicherheitsaspekt einstufen muss, sollte ebenfalls im Einzelfall, nach dem Lebensumfeld des Kindes, entschieden werden. Muss ihr Kind auf seinem Schulweg etwa viel befahrene Straßen überqueren, so ist dieser Aspekt in diesem Fall sicherlich wichtiger, als wenn die Schule möglicherweise in einem verkehrsberuhigtem Bereich liegt und Ihr Kind gar keine Straße überqueren muss.

Vorder- und Seitenflächen mit mindestens 10% retroreflektierendem Material

Alle von uns lieferbaren Schulranzenmodelle besitzen etwa 10%-Flächen aus retroreflektierendem Material. Die Reflektionswirkung der verschiedenen Materialien die benutzt wurden unterscheiden sich nur wenig. Einzige Ausnahme sind hier die Schulrucksäcke von Ergobag, deren Fläche weniger als 10 % entspricht und das Material auch eine weniger reflektierende Wirkung zeigt. Noch weniger reflektierende Gesamtfläche befindet sich bei den Beckmann-Schulranzen. Beckmann ist aber auch ein norwegischer Hersteller und richtet sich nicht an einer deutschen Industrie-Norm aus.

Herstellerkennzeichnung und Angaben über Volumen und Gewicht

Alle in unserem Sortiment erhältlichen Schulranzen verfügen über ausreichende Kennzeichnung und Angaben.

Wir sind keine Verfechter der DIN-Norm für Schulranzen. Einerseits lassen sich viele Voraussetzungen für einen guten Schulranzen nicht normieren, weil auch die Kinder nicht normierbar sind, andererseits kann man auch die Anforderungen für ein jeweiliges Kind nicht normieren, weil etwa beispielsweise nicht alle Kinder gleich viel Menge an Unterrichtsmaterial mit sich tragen müssen.
Ein Schulranzen ist eine recht individuelle Sache. Manche Hersteller legen höheren Wert auf andere Vorteile, als auf eine DIN-Normierung. Im Ergebnis muss im Einzelfall ein nicht normierter Schulranzen daher nicht die schlechtere Lösung sein.